Was ist eigentlich Homöopathie?Der
Name kommt aus dem Griechischen und leitet sich von den beiden Worten homoion
= ähnlich und pathos = Krankheit ab.
Begründer
der Homöopathie war der deutsche Arzt, Chemiker und Pharmazeut
Samuel Hahnemann (1755-1843). ![]() Bei der Übersetzung einer Arzneimittellehre stieß er 1790 auf Ungereimtheiten bei der Beschreibung von Wirkungen der Rinde des Chinabaumes. In einer Selbsterprobung der Wirkung stellte er fest, dass bei ihm nach der Einnahme von Chinarinde ähnliche Symptome auftraten, wie er sie von seiner eigenen, vor Jahren mit diesem Mittel geheilten Malariaerkrankung her kannte. Die Frage, wie weit sich dieses Prinzip auf andere Substanzen übertragen ließe, veranlasste Hahnemann viele Substanzen zu prüfen. Um genaue Ergebnisse zu erhalten, wurden die Prüfungen von gesunden Menschen vorgenommen. Die Ergebnisse dieser Arzneimittelprüfungen sind die Grundlage der Homöopathie. Auf Grund der so gewonnen Erfahrungen formulierte er 1796 das Simile-Prinzip (Ähnlichkeitsregel) „similia similibus curentur“ (Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt). Hinweise auf dieses Prinzip sind schon bei Hippokrates (460-377 v. Chr.) wie auch bei Paracelsus (1493-1541) sowie in mythologischen Texten und der Bibel zu finden. Hahnemanns Nachfolger führten diese Prüfungen weiter, so dass bis heute über 2.000 Substanzen mehr oder weniger umfangreich erforscht wurden. Bei diesen Prüfungen wurde auch alles Spekulative ausgelassen, so dass sich eindeutig sagen lassen kann, dass es sich bei der Homöopathie um keine Theorie, sondern um einfache Wahrnehmungen und Aufzeichnungen von Erscheinungen handelt. Grundlegendes Prinzip der Homöopathie ist also, dass eine Arznei die Beschwerden heilen kann, die sie in ähnlicher Form bei der Prüfung am Gesunden hervorruft. Das Potenzieren. Die Grundsubstanzen wurden in je 3 Stufen mit Milchzucker jeweils im Verhältnis 1:100 verrieben. Anschließend wurden diese mit Milchzucker verriebenen Substanzen mit Alkohol verschüttelt. Hierbei wurde eine Verdünnung von 1:10, 1:100 oder 1:50.000 gewählt. Bei den Verschüttelungen im Verhältnis 1:10 spricht man von D-Potenzen (abgeleitet vom lateinischen decem = 10), bei dem Verhältnis 1:100 von C-Potenzen (abgeleitet vom lateinischen centum = 100) und bei dem Verhältnis 1:50.000 von LM- oder Q-Potenzen (abgeleitet von dem lateinischen Zeichen für 50.000 = LM = Quinquagintamille). Bei dieser Art der Arzneimittelherstellung stellte Hahnemann nicht nur fest, dass die Erstverschlimmerungen nicht mehr in einem zu starken Maße stattfanden, sondern dass diese potenzierten Arzneimittel auch bedeutend besser wirkten. Diese Art der Arzneimittelherstellung ist bis heute bestehen geblieben. Obwohl die Ursubstanz in immer geringeren Mengen in dem Arzneimittel vorhanden ist, wird durch die Potenzierung eine Dynamisierung des Wirkstoffes erreicht. Auch hier bewahrheitet sich ein altes Sprichwort: „Weniger kann mehr sein“. Bei einem Arzneimittel mit der Potenz C 30 wurde der Ausgangsstoff 30 mal jeweils im Verhältnis 1:100 verdünnt und bei jeder der 30 Potenzierungsstufen intensiv verschüttelt oder verrieben. |